arteFakt im Restaurant Fink

Der 21. Mai 2014 war der erste Menüabend aus der Reihe „einmal im Monat mit arteFakt essen gehen“

Das Fink öffnete im letzten Jahr als erstes Restaurant in Bremen mit dem Anspruch rein vegetarischer Angebote. Nach ersten Anläufen mit noch nicht konstanter Küchencrew übernahm jetzt Felix Schöner, ein junger rund gebürtiger Bremer Koch die Führung. Sein Anspruch ist vegetarisch und vegan geblieben, jedoch weniger Demonstrativ. Mit vielen regionalen, guten und frischen Lebensmitteln bereitet er optisch und kulinarisch tolle Gerichte, bei den Fleisch nicht vermisst wird, weil es angesichts der gebotenen Küchenkunst eigentlich keine Bedeutung hat.

Als Gruß aus der Küche servierte er im kleinen Weck-Glas eine feine grüne Spargelsuppe, dazu eine Scheibe geröstetes Roggenbrot mit einer sehr leckeren Frischkäse-Kräuterzubereitung, angemacht mit nativem Zitronen-Olivenöl.

1.Gang: Weißer Spargel/ Pumpernickel „Erde“/ Ziegenfrischkäse/ Sauerampfer/ Olivenöl No.23

Felix offerierte die Vorspeise als Spargel „Garten“, mit dem er die Gäste schon optisch sehr aufwändig darauf einstimme mit Ruhe und Genuss durch ihn hindurchzustreifen, um an dem einen oder anderen Kraut zu Zupfen und davon zu Naschen.

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Die Mitte des Tellers wurde zunächst mit einer fließenden Ziegenfrischkäsecreme bedeckt, der mit überstreuter Pumpernickel „Erde“ ein Halt gegeben wurde. Die Erde war eine in Olivenöl geröstete Mischung aus Haselnüssen und Pumpernickel. Darauf angeordnet der weiße Spargel, jeweils getrennt durch eine Radieschenscheibe, um die verschiedenen Kräuterbeete voneinander abzutrennen. Das waren Süßdolde, Gartensauerampfer, Schildampfer, Frisée und verschiedene Sprossen mit ihren entfalteten Keimblättern. Umzäunt wurde das Ganze von einer sehr aromatischen Sauerampfersauce und dem Olivenöl zum Dippen.

2. Gang: Kichererbsen-Polenta/ schwarze Farga Oliven/ Bio-Edelpilze/ Parmesan/ Olivenöl No.3, fruchtig

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Die Ankündigung des Hauptganges als „gebratener grüner Spargel“ war dann totales Understatement. Die Kombination des gebratenen grünen Spargels mit der leicht herben Farga-Olive und den Parmesanblättchen wurden ergänzt um eine unerwartet geschmackvolle Polenta. Die Ergänzung des traditionellen Hartweizenmehls einer Polenta durch die Kichererbsen, verlieh ihr eine kräftige, würzig aromatische und nussige Note, noch verstärkt durch das Topping einer überbackenen Gremolata, hier als Mischung aus Brot und Parmesankäse. Die sehr gut gemachten Edelpilze im Steinpilsjus ergaben den Spannungsbogen zum grünen Spargel, beide verband Felix mit einer überraschend dezenten Parmesanschaumsauce.

3.Gang: Kakao-Orangenglasur/ weißes Schokoladeneis/ süßer Spargelsalat/ Olivenöl No.11

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Der nur kurz gegarte weiße Spargel war mit Orangenschiffchen, frischen Erdbeeren und nativem Orangen-Olivenöl angerichtet, der Kuchen mit dem Olivenöl No.11 locker und saftig gebacken, anschließend mit der Kakao-Orangenglasur überzogen und das weiße Schokoladeneis erhielt noch etwas mehr Pepp durch den Nusskrokantfächer.

Das Menü konnte mit sehr gut passenden Weinen begleitet werden, ausgewählt aus einer kleinen aber überraschend gut sortierten Weinkarte mit sehr guten Weinen zu moderaten Preisen. Sehr schön auch, dass es zum Standard zählt den Wein im 0,1l – Glas bestellen zu können. Das hilft sehr bei der Eingangsdebatte „fährst Du oder fahre ich?“ und ermöglichte es jeden Gang mit einem anderen Wein zu begleiten.

Ein rundum anregender Menüabend bei dem es dem Team des Fink gelungen war den Anspruch umzusetzen Essen als kulturelles Erlebnis zu gestalten. Die gebotene Leistung hätte ein volles Haus verdient gehabt. Felix war nicht überrascht, nach seiner Erfahrung ein vegetarisches Restaurant kein leichtes Unterfangen, wenn nicht nur große Salatschüsseln zu günstigem Preis, sondern auch feine Küche geboten wird. Felix Schöner muss man mit zu den Bremer Spitzenköchen zählen und im Fink bekommt man das zu einem nahezu unschlagbar günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Conrad Bölicke

Alle Infos zum arteFakt-Schlemmer Jahr gibt es hier.