Patenschafts-Olivenhain und Landschaftsmuseum Palombaio in Apulien unter neuer Führung

Für das Landschaftsmuseum in Apulien können wir nach einem Jahr Vorbereitungszeit den Generationswechsel nun erfolgreich vollziehen. Unser Dank gilt zunächst Franco Cuonzo, der uns bei der Gründung des Projektes tatkräftig unterstützt hat und der in den ersten Jahren die Renaturierung und die Pflege des Haines übernommen hatte. Er wird uns auch weiterhin hilfreich zur Seite stehen. Franco hat die Mitte des sechzigsten Lebensjahrs überschritten, und so ist es angeraten, dass er nicht mehr alle Arbeiten und die gesamte Verantwortung allein zu schultern hat.

Mit Anna Masciale aus dem Kreis der jungen Volksmusik- und Tanzgruppe Re Pambanelle aus Bitonto, die auch schon bei den Olivenöl-Abholtagen in Wilstedt aufgetreten war, konnten wir eine jüngere Betreuerin für das Projekt gewinnen. Anna wuchs in einer Landwirtschaftsfamilie auf, natürlich auch mit Olivenbäumen, und obwohl sie dann später eine Städterin wurde, ließ sie die Sehnsucht zum Ländlichen nie ganz los.

Wenn wir Reisen zur Olivenernte nach Apulien durchführen, dann besuchen uns immer einige Mitglieder von Re Pambanelle nach der Ernte zum Picknick im Hain und spielen für uns alte Lieder und Musikstücke aus der Kulturgeschichte der Region. Anna hatte sich gleich beim ersten Besuch in den schönen alten Olivenhain verliebt, und es war für sie nur ein kurzer Weg von ihrer Musik bis zum Konzept und Projekt des Landschaftsmuseums. Wer im Frühjahr bei den Olivenöl-Abholtagen in Wilstedt war, konnte Anna bereits kennen lernen, sie hatte für die Besucher eine Ausstellung aller essbaren Gräser und Kräuter ausgearbeitet und mitgebracht, die in dem Hain wieder angesiedelt sind.

Finanzen

Anna erhält aus den Mitteln des arteFakt Stifterfonds als Anschubfinanzierung ein monatliches Honorar in Höhe von netto 500,00 Euro für die Pflege und Entwicklung des Hains, die Organisation der Ernte und den Beginn der konzeptionellen und touristischen Vermarktung des Projekts in der Region, womit als mittelfristiges Ziel eine eigenwirtschaftliche Basis erreicht werden soll. Die gute Vernetzung von Re Pambanelle in Apulien wird ihr dabei sehr hilfreich sein. So werden erstmals in diesem Jahr die Weintrauben von Grundschulkindern der ersten Klasse aus Bitonto geerntet. Mit einer kleinen Presse gewinnen die Kinder daraus Traubensaft, den sie in der Schule dann gemeinsam austrinken und dabei spielerisch etwas über den Zusammenhang von Geschichte, Anbau, Produktion, Qualität und Ernährung lernen werden.

Mandelernte

Die Mandelernte war wegen der langen Trockenzeit spärlich. Nachdem die Schalen geknackt waren, blieben gerade einmal 30 Kilogramm übrig. 25 kg davon konnte Anna zu einem guten Preis an einen Naturkostladen in Bari verkaufen. Die verbliebenen 5 Kilogramm warten auf die Apulien-Reiseteilnehmer/innen von arteFakt und den ZEIT-Reisen, für die Anna daraus traditionelles Mandelgebäck herstellen wird.

Vier Monate ohne Regen

Die ungewöhnlich lange Trockenzeit in den Sommermonaten, ohne einen Tropfen Regen von Mai bis September, bei ebenso ungewöhnlich hohen Temperaturen von über 40°C über mehrere Wochen, haben unsere Neu- und Nachpflanzungen leider nicht überlebt. Die beiden Mimosen, die sechs Mispeln und fünfzig Weintraubensetzlinge sind eingegangen, obwohl Anna so oft wie möglich gegossen hatte. Nun werden wir die alte Wasserzisterne auf dem Hain schnellstens abdichten und wieder herrichten und einen Wasseranschluss dorthin beantragen, damit wir nicht wieder Verluste erleiden, wenn wir jetzt im Winter die vertrockneten Pflanzen ersetzen.

Wenn Sie uns unterstützen möchten, können Sie das wie folgt tun

Wegen der langen Trockenheit und der Hitze wird auch die Menge der Oliven bei der anstehenden Ernte im November die erwartete Menge nicht erfüllen. Die Qualität dagegen dürfte sehr gut sein, weil durch die große Hitze die Olivenfliegenpopulationen ausgeblieben sind. Die geringere Menge natives Olivenöl aus dem Museumshain wird im Frühjahr dann wieder als Sonderedition verkauft und der Ertrag dem Stifterfonds zugeführt, der geringer als in diesem Jahr ausfallen wird.

Das Budget des Palombaio-Projekts beruht auf Spenden („Ein-Euro-Museumstaler“) und auf dem Verkauf der Mandeln, des Rotweins Uva di Troia und der nativen Museums-Olivenöle Palombaio und Skinokapsala. Wir freuen uns daher, wenn Sie noch in diesem Jahr verstärkt diese ideellen arteFakt-Projekte durch den Kauf der Museums-Olivenöle und des Uva di Troia unterstützen. Die Erlöse kommen ohne Abzug den Projekten der Landschaftsmuseen zugute.

Herzlichen Dank für Ihre bisherige Unterstützung in der Olivenölkampagne 2012

Die Spenden in Form des „Ein-Euro-Museumstalers“ haben in der Olivenölkampagne 2012 bisher die Summe von knapp 1.100,00 Euro ergeben. Es freut uns, dass der überwiegende Betrag wirklich durch Ein-Euro-Spenden zustande gekommen ist. Es ist die damit verbundene Symbolik, die den wirklichen Wert der Spenden verdeutlicht: Viele Menschen schaffen mit kleinen Beträgen zusammen etwas Bedeutendes, was in der Vereinzelung nicht gelingen würde. Daraus ergibt sich ein ‚sozialer Mehrwert’, so dass jede Spende den realen Betrag von einem Euro übersteigt.

Dafür einen Herzlichen Dank.

Conrad Bölicke

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