arteFakt-Olivenöle jetzt als „classic“ und „special“

Was jungen und modernen Winzern bereits gelungen ist, haben die kleineren Olivenöl-Erzeuger zur Sicherung ihrer Zukunft erst noch vor sich: das Olivenöl „neu zu erfinden“. Damit könnten sie sich von der agro-industriell erzeugten und geschönten Massenware absetzen und einen eigenen Markt entwickeln. Unabdingbar notwendig wäre es dafür, die gesamte Kette der Erzeugung (Landwirtschaft und Mühle) wieder in die eigene Hand zu bekommen, um die individuelle Qualität einer wirklichen Auslese sichern zu können. Dazu gehört dann auch eine Ölmühle auf höchstem technologischen Stand, mit der die neuen Erkenntnisse erst umzusetzen sind.

„arteFakt – special“ nennen wir die Olivenöle unserer Oliviers und Olivieres, die den Prozess der Erzeugung auf diesem Niveau wieder in einer Hand haben und die Technologie so beherrschen, dass sie damit an der Schwelle zu dieser neuen Generation von Olivenölen stehen. Da die notwendigen Betriebskosten hierbei deutlich höher liegen, wird sich der Preis auf das Niveau von über 20,00 Euro im 1-Liter-Kanister hinaus entwickeln. Im Vergleich zum Wein muss der Einzelhandelspreis von einem viertel Liter Auslese-Olivenöl dem Preis von einer Flasche Winzerwein entsprechen.

Mit „arteFakt – classic“ bezeichnen wir alle Olivenöle, deren Produzenten sich auf dem Weg in diese Zukunft befinden, ihre Qualität ebenso ständig verbessern, dabei aber noch auf externe Ölmüller angewiesen sind, die ihre Wünsche der individuellen Feinjustierung nicht erfüllen können.

Alle Erzeugerpartner möchten wir zunächst dabei unterstützen, das Ziel des „arteFakt – special“ zu erreichen. Damit würde dann der Weg geebnet, um zu einer Güteklasse von Olivenölen zu kommen, die, vergleichbar beim Wein, eine wahre Auslese darstellen würden. U.a. bei unseren Weiterbildungsveranstaltungen forschen, experimentieren und arbeiten wir daran, das Olivenöl in dieser Weise neu zu erfinden.

Die heutige Bezeichnung von Nativem Olivenöl Extra als höchste Güteklasse kann, bezogen auf die Kriterien der herunter getrimmten Mindeststandards nach der EU-Olivenölverordnung, nur noch als absurd bezeichnet werden. Verbraucher benötigten dringend neue Kriterien und Informationen zur Einschätzung der Qualität. Am Ziel wird es dann möglich sein, auch ehrliche Qualitätsdifferenzierungen zu machen. Wie beim Wein ermöglicht die Natur nicht alle Trauben bzw. Oliven zur Auslese, einer Selektion, zu vergären. Und es ist ja nicht so, dass man gern zu allen Gelegenheiten immer nur Ausleseweine trinken möchte. Spätlese oder Kabinett sind keineswegs Bezeichnungen für Weine minderer Güte.

Mit unserem Angebot eines nativen Brat-Olivenöls haben wir bereits einen vergleichbaren Schritt in diese Richtung gemacht. Beim Braten in der Pfanne ist die aromatische Qualität eines fein austarierten Fruchtsaftes oft verschenkt. Die Qualität der Fettsäuren, ihre natürliche Unversehrtheit, bestimmen erst die Hitzestabilität und den hohen Rauchpunkt von Olivenöl. Erreicht werden kann das ebenfalls nur bei sorgfältigster Herstellung. Falsch ist es daher, hierfür ein minderwertiges Olivenöl verwenden zu wollen. Es lassen sich aber hierfür Oliven verwenden, die gesund und frisch sind, in ihrer Reifung aber den aromatischen Zenit überschritten haben und daher in der Ausdruckskraft ihrer Aromen deutlich nachlassen.