Aufgaben & Generationen

Von wem und aus welcher Perspektive sollen die zukunftsprägenden Ideen und Konzepte federführend entwickelt werden? Das ist die Ausgangsfrage, wenn ich Konsequenzen aus dem Gespräch mit meinem Freund ziehe. Welche Generation soll denn die Nachfolge antreten?

Angehäufte Lasten, ein ungemütliches Erbe

Die jetzt Fünfundzwanzig- bis Dreißigjährigen halte ich für die richtige Generation. Sie werden es sein, die von den gigantischen Finanz- und Umweltschulden in vollem Umfang erfasst werden, weil sie diese Lasten nicht mehr wie bisher einfach auf weitere Generationen werden schieben können. Das wird dieser Generation langsam bewusst. Aber auch die verantwortlich Denkenden in meiner Generation beginnen zunehmend, sich noch in der Pflicht zu sehen, für die Bewältigung der selbst mitverursachten Zukunftshypotheken etwas zu tun, auch wenn der demografische Wandel für uns Ältere schon genug Herausforderungen bringen wird.

arteFakt 2.0 ?

Für die jüngere Generation wird es also entscheidend sein, ob sie mit einer Unternehmung wie arteFakt etwas anfangen kann, was ihr dabei wichtig ist und was ihr bei der Bewältigung der Aufgaben von Nutzen sein könnte. Mit der Zukunftswerkstatt, die jetzt eingerichtet ist, soll für die Generation der Jüngeren ein Gestaltungsort und eine Bühne geschaffen sein, wo sie aus ihrer Sicht auf die Herausforderung, arteFakt weiter zu führen, ihre zukünftigen Interessen erkunden und erproben können. Es gilt für sie herauszufinden, was sie aus der jetzigen arteFakt-Unternehmung mitnehmen, was sie neu hinzufügen und welche Gestalt und Farben sie dem Projekt geben würden.

Rollen finden und Verantwortung übernehmen

Meine heutige Rolle als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter von arteFakt kann für Nachfolger nicht maßgeblich sein. Es geht in der Zukunftswerkstatt nicht darum, „für mich“, für meine Vorstellung, Interessen, Grundsätze eine Zukunftsform des Unternehmens zu entwerfen. Noch allgemeiner: Es kann nicht der Auftrag sein, die Sicht von uns Älteren durch die Arbeit von Jüngeren zu „modernisieren“, sie sozusagen in die Lebenswelt der nächsten Generation zu verlängern. Diese junge Generation muss gewissermaßen mit dem „Material“’ eines vorhandenen, unkonventionellen Unternehmens nach selbst erkundeten Gesichtspunkten arbeiten.

Nun werden wir nicht eine ganze Generationskohorte der Jüngeren einladen können und die Zukunftswerkstatt soll auch kein bloß spielerisches Unterfangen werden, das man nach dem Abschluss vergisst. Neugierig bin ich schon darauf, was diese Generation will und macht, wenn ihr für die Konzeption und Gestaltung Verantwortung übertragen wird oder zuwächst.