Bitter- und pfeffrige Noten

Zur Einstimmung und für einen ersten Überblick zu einer sicher nicht erwarteten Komplexität und Differenziertheit des Grundnahrungs- und Genussmittels nativen Olivenöls.

Nur echte Native Olivenöle Extra haben einen Charakter, er ist bitter und gepfeffert und damit für uns Menschen segensreich

Der grundlegende Unterschied zwischen nativen Olivenölen und Olivenölen besteht darin, dass native Öle naturbelassen sind, allgemein nur als Olivenöl bezeichnete Produkte jedoch nicht. „Nativ“ – oder im Italienischen „vergine“ – gibt an, dass die Olive und das aus ihr gepresste Öl „unberührt“ geblieben sind, d.h. außer mit mechanischen Mitteln, nicht behandelt und gewonnen wurden.

Fehlt der Zusatz „nativ“, handelt es sich immer um ein raffiniertes Produkt. Ein solches Öl ist lebensmittelphysiologisch zwar unbedenklich, durch die Raffination, die immer bei sehr hohen Temperaturen verläuft, wurde es jedoch seiner ganzen Natürlichkeit beraubt.

Insbesondere betrifft das die Aromen und die wertvollen sekundären Pflanzen- bzw. bioaktiven Begleitstoffe, die den guten Ruf des Olivenöls für eine gesundheitsfördernde Ernährung begründen.

Gerade bei Olivenölen wird viel gepanscht und verfälscht, sie gelten hier unangefochten immer noch als Spitzenreiter innerhalb der europäischen Agrarordnung. Ein großer Anteil des Betruges liegt in der Falschdeklaration: Gedämpfte, raffinierte oder mit Raffinaten verschnittene Olivenöle werden fälschlicherweise als Native Olivenöle Extra ausgewiesen und daher – im Verhältnis zur tatsächlich vorhandenen Qualität – viel zu teuer angeboten. Noch dreister werden billigere Samenölraffinate durch den Zusatz von Farb- und Geschmacksstoffen in „Native Olivenöle Extra“ verwandelt und als solche in den Handel gebracht.

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