Ein herzliches Danke schön für Ihre großartige bisherige Unterstützung

Für Griechenland – mit einer Wirtschaftshilfe von unten zur Anschaffung einer ultramodernen Kleinmühle für Dimitrios Sinanos (Olivenöl No.23)

Dem Spendenaufruf sind bisher annähernd 1.000 Unterstützer und Unterstützerinnen gefolgt und haben mit ihren 5-Euro-Beträgen – manche haben auch etwas mehr gespendet – bereits über 5.000 Euro zusammengetragen. Das ist ein schöner Erfolg und ein grandioser Mutmacher für Dimitrios, der sich derzeit, zusammen mit uns, mit den Widrigkeiten des griechischen Systems zur Umsetzung des Projektes herumschlagen muss. Zu den Verhältnissen im griechischen Verwaltungsapparat fällt einem oft nur die Bezeichnung ‚Absurdistan’ ein. Ohne die Unterstützung von mehren Seiten hätte Dimitrios längst aufgegeben bzw. aufgeben müssen.

Europa wird uns zum Erfolg führen, es wird aber wohl kein kurzer Weg werden

Adriano und Andreas März, die bereits seit einigen Jahren mit einer Kleinmühle dieser neuen Art in der Toskana arbeiten, haben wir im Sommer besucht. Mit Adriano besuchten wir dann auch den in der Nähe ansässigen Mühlenhersteller. Dabei erfuhren wir erneut, dass die EU für eine derartige Investition in die Qualitätsverbesserung eine Förderzulage von 20 bis 40% gewährt. In allen Ländern außerhalb von Griechenland ist die Beantragung und Bewilligung dafür ein kurzer bürokratischer Akt. Zuständige Beamte in Griechenland waren bisher bar jeglicher Kenntnis dieser Förderprogramme und wollten auch erst darüber nachdenken und sich damit befassen, wenn ihnen vorher eine stattliche Summe Geldes unter dem Tisch zugeschoben würde.

Für junge und moderne, an Europa orientierte Griechen wie Dimitrios ist es äußerst schwer, angesichts der realen alltäglichen Erfahrungen Haltung zu bewahren und durchzuhalten.

Recht zu haben ist leichter als Recht zu bekommen

In einem weiteren Beitrag erzählen wir an dieser Stelle etwas über die griechische Wirklichkeit aus ‚Absurdistan’, nicht um Griechen-Bashing zu betreiben, sondern um zu verdeutlichen, wie dringend die jungen und modernen Griechen uns und Europa brauchen und warum es sich lohnt, sie nicht fallen zu lassen. Sichtbar wird in den Schilderungen auch, warum Projekte, die bei uns mit Leichtigkeit umzusetzen wären, in Griechenland einen längeren Atem und zähe Ausdauer benötigen. So werden wir es auf einem ‚sauberen’ Weg nicht schon zur anstehenden Ernte schaffen, die Kleinmühle zu kaufen und zum Einsatz zu bringen. Der Förderbetrag macht immerhin eine Summe zwischen 15.000 und 30.000 Euro auf den Anschaffungspreis aus, dafür lohnt sich ein längeres Ringen. Es wächst uns dafür jetzt Unterstützung aus Brüsseler Fachkreisen und von Förderungsspezialisten zu, die sich für uns der Problematik in Griechenland annehmen wollen. So keimt einige Hoffnung auf. Wir werden über den Fortgang im Internet oder in den ‚Frühjahrs-Auskünften’ berichten.

Oliviers helfen sich untereinander

Dimitrios wird derweil zum Ende Oktober das Angebot von Adriano und Andreas März annehmen und für eine Woche bei ihnen zu Gast sein, um in der Produktion mitzuarbeiten und sich dabei mit der neuen Mühle und ihrer Funktionsweise vertraut zu machen.

So hatten wir uns Europa gedacht und gewünscht – ein Lichtblick.

Conrad Bölicke