Günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Als Geschäftsführer der Projektwerkstatt – Gesellschaft für kreative Ökonomie mbH habe ich 1997 im Journal der Teekampagne die Grundlagen dieser Unternehmung in Bild und Text vorgestellt. Als geschäftsführender Gesellschafter der arteFakt Handelsagentur für Erzeuger-Verbraucher-Ideen GmbH würde ich heute die Prinzipien für die Olivenöl-Kampagne ebenso formulieren und darstellen.

Der Teekampagne und ihrem Begründer, Professor Dr. Günter Faltin, bin ich freundschaftlich verbunden geblieben, und wir unterstützen uns gegenseitig in vielfältiger Weise. So kann ich in das damals veröffentlichte Bild 
der Speisekammer mit den Packungen des Darjeeling-Tees heute unsere 
Olivenöl-Kanister hinein stellen – so ähnlich wird es bei einigen von Ihnen im Vorratsraum sicher aussehen. Der Text von damals ist unverändert zitiert, die Analogie und die Kontinuität sind leicht zu erkennen.

 

 

Olivenölkampagne - Bevorratung

Mit einer – eigentlich uralten – Idee zum Erfolg

»Vorrathalten ist aus der Mode gekommen. Warum eigentlich? Weil wir in unseren Wohnungen keinen Platz haben wie auf einem Bauernhof. Weil die Versorgung durch den Supermarkt um die Ecke jederzeit gesichert ist. Weil heute viel verkommt, selbst wenn wir es richtig lagern. Und – nicht zuletzt – weil Händler mit dem Großeinkauf und Lagerhaltung Geld verdienen möchten.

Der Hochschullehrer der Freien Universität Berlin, Prof. Günter Faltin, hat vor zwölf Jahren mit seinen Studenten einen Schritt zurück gemacht, um viele Schritte voranzukommen. Er wollte am Beispiel Tee aufzeigen, wie mit anderen Ideen im Markt erfolgreiche neue Wege beschritten werden können und gründete die Projektwerkstatt. Mit der Teekampagne wird den Kunden zugemutet, den gesamten Jahresbedarf an Tee bei sich zu lagern. Nach jeder Ernte wird der bestellte Tee möglichst schnell zu den Kunden gebracht. Das geschieht natürlich in vorteilhaften Großpackungen. Durch den Verzicht auf ein breites Sortiment und dem Angebot von nur einer Sorte Tee – Darjeeling –, dafür aber den Besten unter den Tees, sind die Kosten günstig.

Verzicht auf Lagerhaltung, nur die eine Sorte Tee und Versand nur in Großpackungen bringen Einsparungen, die das Angebot für die Kunden interessant machen. Dieses Konzept ist nicht revolutionär, es ist in der heutigen Zeit nur ungewöhnlich – wie das Einhalten des Versprechens, nur allerbeste Ware zu liefern. Wer Lagerhaltung in größerem Umfang übernimmt, möchte die Sicherheit haben, möglichst rückstandsfreie Ware in bester Qualität zu bekommen.

Das einfach aussehende Unternehmenskonzept der Teekampagne wird hierbei zu einer Wissenschaft. Denn für die Einhaltung des Qualitätsversprechens muß der Weg vom Teestrauch zum Konsumenten auf allen Stationen kontrolliert werden. Dies tut die Teekampagne durch Prüfungen vor der Ernte in Darjeeling, während der Verarbeitung, vor der Verschiffung in Kalkutta und vor der Entladung im Hamburger Hafen…

Und nun fehlt nur noch eins: der Preis. Das Kilo Darjeeling der Frühlingspflückung (First Flush) und Darjeeling der Sommerpflückung (Second Flush) kostet 36 DM. Das ist der Preis für größtmögliche Kosteneinsparung und bestmögliche Teequalität. Das dieses „uralte“ Prinzip des Einkaufens auch heute erfolgreich sein kann, zeigt die Zahl der Kunden nach zwölf Jahren: 130.000. Die Projektwerkstatt ist mit ihrer Teekampagne das größte Teeversandhaus Deutschlands geworden, mit durchschnittlich 4 Kilo Tee pro Bestellung.«

(Die Olivenöl-Kampagne zählt heute etwas über 40.000 Kunden, mit durchschnittlich 6,2 Litern nativen Olivenölen pro Bestellung.)

Conrad Bölicke, 2008