Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen uns alle an

Bio- oder auch Polyphenole bezeichnen, bioaktive oder sekundäre Pflanzenbegleitstoffe im Olivenöl, die mit dazu beitragen die Blutgefäße elastisch zu halten. Die Elastizität lässt mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise nach. Es können sich an den Gefäßwänden vermehrt Ablagerungen z.B. durch Blutfette bilden, die die Gefäße verengen und im schlimmsten Fall dann verschließen. Biophenolhaltige Lebensmittel wie Olivenöl gelten daher als vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Empfehlung, täglich ein Glas Rotwein am Abend zu trinken, hat die gleichen Gründe, aber auch Kirschsaft enthält Biophenole.

Exkurs: → Biophenole und geschmackliche Bitternoten

Cholesterin

Der Aufdruck auf manchen Etiketten, dass das angebotene Olivenöl cholesterinfrei sei, ist irreführend, weil es von Natur aus frei davon ist bzw. Cholesterine nur in äußerst geringen Spuren enthält. Weit wichtiger ist die Information, dass Olivenöl den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann. Cholesterin senkende Mittel senken zumeist sowohl die gute (HDL – High Density Lipoprotein) als auch die schlechte (LDL – Low Densitiy Lipoprotein) Fraktion. Moderne Cholesterinsenker können die HDL-Fraktion steigern, ob das gleiche Effekte wie ein „natürlicher“ hoher HDL-Wert hat, ist noch nicht nachgewiesen. Distel- und Olivenöl enthalten, wenn sie denn mit großer Sorgfalt erzeugt und wirklich bei unter 27°C kalt gepresst wurden, den bioaktiven oder sekundären Pflanzenbegleitstoff Oleuropein, ein Antioxidant. Oleuropein kann die schlechte LDL-Fraktion senken und die gute HDL-Fraktion erhalten. Damit verbessert sich positiv das Verhältnis von HDL zu LDL. Die oft beschriebene Fähigkeit von Olivenöl, die gute HDL-Fraktion erhöhen zu können, ist nicht wissenschaftlich abgesichert.

Grundsätzlich hat Cholesterin eine lebenswichtige Funktion. So ist es ein Hauptbestandteil der Zellwand, ist die Ausgangssubstanz für die Bildung wichtiger Hormone wie Östrogen, Testosteron und Cortison sowie des Vitamins D für den Knochenstoffwechsel. Die Leber benötigt Cholesterin als Grundstoff für die Bildung von Gallensäuren zur Fettverdauung. Das dafür erforderliche Cholesterin kann der Körper jedoch selbst produzieren. Nur wenn durch Überschüsse und Fremdzufuhr vor allem das LDL in das Blut gelangt, wird es ein Risikofaktor. Cholesterin kann sich an den Wänden der Gefäße ablagern und zur Arterienverkalkung führen. Arteriosklerose gilt als eine wichtige Ursache für Herz-Kreislauf-Krankheiten, wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfälle.