Kurze Vorgeschichte zur Bag in Box bei arteFakt

Die folgenden Ausführungen zur Bag in Box-verpackung wird eventuell Jene nicht überzeugen können, die Kunststoffe (Polymere) aus einer grundsätzlichen Haltung heraus ablehnen. Für sie kann es interessant sein aber nicht überzeugend, in jedem Fall haben wir uns aus aufklärender Absicht die Mühe gemacht sehr gründlich auf das Thema einzugehen. Die Belastungen durch „Plastik“ für die Umwelt und wegen problematischer Zusatzstoffe auch für die Gesundheit erfordert es u. E. nicht leicht über Sorgen und andere Positionen hinweg zu gehen.

Warum hatten wir uns von den Großgebinden in Weißblechkanistern verabschiedet.

Es waren zum einen die gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen, die uns vor fünf Jahren zu neuen Herausforderungen führten und vor neue Aufgaben der Verpackung stellten. Kinder wurden erwachsen und verließen das Elternhaus, der Anteil von Singlehaushalten nähert sich in allen deutschen Großstädten einem 50% Anteil an und berufliche Anforderungen mit großer zeitlicher Flexibilität verändern die Ernährung, das Essverhalten und die Küche. Den jungen und modernen „Alten“ geht es ebenso, sie unternehmen viel und kochen daher weniger zuhause. Im Effekt ist allen Trends gleich, dass sie nicht vom lieb gewonnenen Olivenöl lassen aber einen deutlich geringeren Jahresbedarf haben.

Gingen wir bei der Gründung von arteFakt noch davon aus, dass ein 5-Liter-Kanister die Normgröße sei und ein Kanister davon durchschnittlich innerhalb von 5 bis 6 Monaten nach Öffnung aufgebraucht würde, benötigt ein wachsender Teil heute dafür 12 Monate und länger. Das Bestellverhältnis von 5 Liter zu 1-Liter Kanistern betrug zu Gründungszeiten 90% zu 10%.

Ein erstes Indiz dafür, dass sich etwas verändert erhielten wir seinerzeit durch das Schreiben einer über achtzig jährigen Kundin, die vorsichtig anfragte, ob sie zukünftig statt des 5-Liter-Kanisters 5 x 1-Liter-Kanister bekommen könnte, da ihr das Abfüllen aus dem 5-Liter-Kanister immer schwerer fallen würde.

Als Erstes begannen wir daraufhin nach einem Zapfhahn zu suchen, was sich schnell als Sackgasse herausstellte, da der Kanister zur Entnahme eine zweite Öffnung benötigt hätte, um das Nachströmen der Luft zu gewährleisten. Derartige Kanister gibt es nicht und eine Eigenentwicklung und -produktion wäre utopisch teuer geworden. Als Alternative hätte es Pumpen mit einem Balg gegeben, deren Aufsatzverschlüsse aber nicht mit dem Gewinde von Kanistern kompatibel sind. Schnell war aber auch klar, dass mit dem Pumpen viel Sauerstoff in das Olivenöl gelangt und eine rasche Alterung bewirken würde.

Ein Zufall brachte uns dann auf die Bag in Box. Im alten Land bei Hamburg, beteiligten wir uns am Hoffest eines Apfelbauern und er verkaufte seinen frisch gepressten und naturtrüben Obstsaft in der 5-Liter-Bag in Box. Hierbei braucht der Saft nicht, wie in einer Flasche, erhitzt zu werden und durch die Elastizität des Beutels kann er ohne Nachströmen von Luft auslaufen. Das entstehende Vakuum macht den Saft dadurch lange haltbar. Das schien uns eine prüfenswerte Alternative.

 

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