Olivenöl enthält Vitamin E

Wie auch andere natürliche Lebensmittel, enthält Olivenöl den sekundären Pflanzenstoff Vitamin E (Tocopherol), ein Antioxidant, das auch als so genannter Radikalenfänger gilt. Freie Radikale sind Moleküle, die nicht abgesättigt sind, d.h. sie verfügen über eine reaktionsfreudige Stelle, die sich zur Absättigung gern einen Partner aus der Umgebung sucht. Wie im wirklichen Leben gibt es davon geeignete und weniger geeignete, was man oftmals erst später bemerkt. Vitamin E gehört zu den guten Partnern. Findet das Radikal dieses Vitamin und tut sich mit ihm zusammen, wird die Verbindung stabil und das freie Radikal sanft und ungefährlich. Findet das freie Radikal auf seinem Weg durch den Körper jedoch keinen Partner, und der Zufall lässt es in eine Zelle wandern, wo es immer noch keinen Partner findet, dann kann es sich an den Zellkern und die DNS (Erbinformation der Zelle) andocken. Dort kann das zu einer Fehlprogrammierung der Zelle führen und einen gut- oder auch bösartigen Tumor auslösen. Ob sich das letztlich ereignet, ist eine Frage der statistischen Wahrscheinlichkeit. Mit der einfachen Methode, eine vitaminreiche Kost zu essen, also mit viel frischem Obst, Salaten und rohem Gemüse, kann man selbst und sehr leicht diese Statistik positiv beeinflussen.

Manchmal liest man, dass Olivenöl oder grüner Tee (enthält ebenfalls Vitamin E) wegen des Radikalenfängers Krebs heilen könnten. Diese Behauptung halte ich für falsch und fahrlässig.

Exkurs: → Olivenöl — Fette — Fettsäuren

Fette bestehen aus dem Grundbaustein eines Triglycerins, das mit drei Kohlenstoffketten, den Fettsäuren verbunden ist. Die Länge der Kohlenstoffketten und die Abwesenheit oder die Stellung der Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen unterscheidet sie in gesättigte, einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Zu den gesättigten Fettsäuren zählen die Palmitin- und Stearinsäure – von ihnen sollte man weniger zu sich nehmen -, zu den einfach ungesättigten Fettsäuren die Ölsäure – sie gelten als besonders bekömmlich, gesund und diätisch – und zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren die essentiellen Fettsäuren Linol- (Omega-6-Fettsäure) und alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure). Sie können vom Körper nicht selbst produziert werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Freie Fettsäuren sind nicht mehr an ein Glycerin gebunden und können dadurch schnell eine oxidative Verbindung eingehen, z.B. mit Luftsauerstoff, sie erhalten dadurch einen ranzigen Geschmack. Ein gutes natürliches Olivenöl enthält nur einen sehr geringen Anteil freier Fettsäuren, deutlich unter 0,8 %, in der Olivenölverordnung auch der Grenzwert der nicht überschritten werden darf, wenn der Mindeststandard zur Bezeichnung als Natives Olivenöl Extra eingehalten werden soll.