Veränderungen werden tiefgreifend sein und viele zur Aufgabe zwingen

Etwas Grundlegendes ändert sich seit einiger Zeit beim Olivenöl in einem Prozess, der sich in anderen Branchen längst durchgesetzt hat: Erzeuger haben keinen Einfluss mehr auf die Wertbestimmung ihrer Arbeit. Um Erzeugern diesen Einfluss zu nehmen, bedarf es dreier wichtiger Voraussetzungen. Große Aufkäufer oder Händler muss es geben, die ihre Marktstellung durch die Beherrschung der Transportwege, durch das Anlegen strategischer Lagerreserven und durch die Vormachtstellung bei der Warenverteilung ausspielen können.

Strategische Lagerreserven werden benötigt, um Angebotsschwankungen auf der Erzeugerseite auszugleichen, aber auch, um damit Erzeuger antizyklisch unter Preisdruck setzen zu können. Angebotsschwankungen gibt es kaum, es herrscht ein Überangebot an Olivenölen, so wird letzerer Hebel genutzt.

Der „Schweinezyklus“ wirkt jetzt auch für Olivenöl

Dieser Hebel strategischer Lagerreserven setzte sich als Erstes bei Schweinen durch. Mit Tiefkühlhäusern lassen sich Marktpreise unabhängig von natürlichen Zusammenhängen des Angebots und der Nachfrage steuern und auch manipulieren. Tief gefrorene Schweinehälften werden zunächst eingelagert und dann auf den Markt geworfen, wenn die Tiere bei den Schweinezüchtern die Schlachtreife erreichen, also die Angebotsmenge zunimmt.

Beim Olivenöl gelang es bisher nicht strategische Lagerreserven aufzubauen, weil Olivenöle durch ihre natürliche Alterung wenig dazu geeignet sind. Aus den jährlichen Preisschwankungen konnte man daher mehr oder weniger direkt auf eine gute oder schlechte Ernte schließen. Eine gute Ernte ließ die Preise fallen und eine magere ließ sie steigen.