Olivenölkampagne 2019

Guten Tag liebe arteFakt-Freunde,

in den letzten Wochen überschlugen sich wieder einmal Skandalmeldungen zum Betrug mit Olivenöl und Stern online veröffentlicht im Internet einen Bericht mit dem Titel „Industrialisierte Landwirtschaft – Millionenfacher Vogelmord – das dunkle Geheimnis des Olivenöls“. So erreichen uns jetzt vielfach Anfragen, wie die Ernte bei unseren OlivenölpartnerInnen verläuft und ob derartige Praktiken ausgeschlossen sind. Lesen Sie hierzu aktuell den Artikel aus dem Juni-Newsletter.

Der Erhalt der Kulturlandschaften und die manufakturelle Erzeugung von Olivenölen in individueller Terroir-Qualität zählt seit über zwanzig Jahren zu den Essentials unseres Wirkens. Sie können daher ohne Sorge sein, ein Olivenöl aus industrieller Landwirtschaft unter unseren Angeboten zu finden. In einem längeren Artikel hatte ich bereits vor über einem Jahr die Entwicklung des Olivenölmarktes mit seinen Veränderungen, hin zum „intensiven“ (Verdichtung zu Monokulturen) und zum super-intensiven Anbau (Übergang zur industriellen Landwirtschaft), die wir beide kritisch sehen, skizziert und unsere Ansätze als mögliche wirtschaftliche Alternative dazu aufgezeigt. Auf unserer Internetseite finden sie gleich hier den Artikel „Exkurs – Olivenölkonkurrenz aus Übersee“.

Nur für partikulare und auf kurze Zeit ausgelegte Gewinnmaximierungen macht es Sinn gegen die Natur zu arbeiten. Wenn sie zerstört ist, reicht der erzielte Gewinn dann aber nicht sie wieder zurück zu gewinnen. Diese Erkenntnis setzt volkswirtschaftliches Denken voraus, noch umgibt uns, gegen vielfache Beteuerungen und Werbebotschaften, leider das überwiegende Streben nach individueller betriebswirtschaftlicher Optimierung, in der die Folgekosten nicht vorkommen. Das gilt noch zu oft für Produzenten aber auch für Konsumenten. Über die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie wird seit den 1970iger Jahren geredet und es sind viele Initiativen, wie auch die unsere, daraus entstanden, die zur handfesten Praxis schreiten. Durchbrüche hin zu grundlegenden Veränderungen werden wir aber erst erreichen, wenn auch die politischen Ebenen sich zu den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten hin öffnen. Bei der neuen Düngemittelverordnung zum Beispiel, die in Folge der Nitrat- und Nitritbelastung des Grundwassers als Folge der industriellen Landwirtschaft verschärft werden muss, und dem öffentlichen „Rumgeeiere“ der Landwirtschaftsminister/innen zu ihrer Umsetzung, lässt gut erkennen welche Wegstrecke wir dabei noch vor uns haben. Das sinnvoller Weise geforderte maschinelle Nacht-Ernteverbot im Super-Intensiven Anbau von Oliven zum Schutz der Vögel wird es sicher ebenso schwer haben durchgesetzt zu werden, verschärft noch durch die Abwesenheit von oder einer nur schwach vertretenden Ökobewegung in diesen Regionen.

Unseren Zielen bleiben wir in unserem Wirken treu, dass wir es damit zu schnellen Erfolgen in der Abkehr von diesen Irrwegen schaffen, da bleiben wir skeptisch und realistisch. Es bleibt ein zähes Ringen, für das noch viele Mitstreite/innen benötigt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Conrad Bölicke und das artefakt-Team

Olivenöle und Weine des Monats

————————————-

Wenn Sie jetzt schon in den Urlaub an die Küste oder die Berge fahren und die Sonneneinstrahlung unterschätzen, könnte Ihnen der mit auf die Reise genommene Olivenölkanister nicht nur eine kulinarische Hilfe sein. In den Fruchtzellen der Olive, dort wo aus der Umwandlung des Fruchtzuckers das Olivenöl gebildet wird, befinden sich eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen zum Schutze des Keimlings und der Frucht. Bei kenntnisreicher und sorgsamer Produktion gelingt es den Oliviers nicht nur die Aromen sondern auch diese, dann im Olivenöl eingebetteten Stoffe, zu erhalten. Darunter befindet sich das Oleocanthal, ein Stoff der entzündungshemmend ist und wegen seiner Wirkung auch als natürliches „Ibuprofen“ bezeichnet wird. Weiterlesen …

Weitere Informationen, auch über Olivenöle als Hilfe bei Gastritis, finden Sie in unserer Fibel „Olivenöl & Gesundheit“ …

————————————-

Lesenwerter Artikel im Guardian, der sich sehr mit unserer Erfahrung und unseren Einschätzungen über die aktuelle Situation der Olivenölerzeuger in Folge der Klimasituation des letzten Jahres deckt.
Hier klicken: https://orf.at/stories/3113967/

Ausführliches dazu dann auch in unserer Zeitung, den „Auskünften 2019“ und in unserem Beitrag aus dem letzten Jahr, hier klicken: https://20jahre.artefakt.eu/exkurs-olivenoelkonkurrenz-aus-uebersee/

 ————————————–     


Marktcheck deckt auf – Das Geschäft mit Olivenöl

schwindel

Laboranalyse von Olivenölproben

Halten Öle aus dem Supermarkt, was die Aufschrift verspricht? – Woran erkenne ich ein gutes Olivenöl? – Warum kann ein Olivenöl nicht nur 3,99 € kosten? – Was macht den Betrug möglich?
Ein SWR Reporter geht auf Spurensuche und zeigt, wie bei angeblich hochwertigen Olivenölen gepanscht wird und klärt dabei einige Fragen, die sich sicher schon viele von uns gestellt haben.
Interviewt werden unter anderem auch unsere langjährigen Partner Adriano und Andreas März aus der Toscana/ Italien, die für uns das tolle Olivenöl No. 9 produzieren sowie Josep Maria Mallafré aus Katalonien/ Spanien, Produzent der wunderbar nussigen No. 11.

Hier geht’s zum Beitrag…